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Der Kranich - ein Lebensbild
Die
Schule steht unter dem Zeichen des Kranichs. Er ist das Krafttier des
Schulleiters und zugleich ein in unserer Region heimisches, scheues, aber
auch im Sinne des Artenschutzes gefährdetes Tier. Der Kranich ist
aus dem Geist der Landschaft des Ostseeraumes geboren und gestaltet. Aufrecht
stehend erreicht er eine Höhe von bis zu 1.25 Meter und eine Flügelspanne
von bis zu 2.45 Meter. Dennoch bewegt er sich sehr geschickt und flink.
Im Norden heißt der Kranich Kuorga, der Vogel, der so groß
wird ein Mensch. Der Kranich ist hochkonzentriert, wenn er auf Futtersuche
geht und sieht das Naheliegende, doch wenn er in die Lüfte aufsteigt,
überblickt er das Ganze.
Der
Kranich gehört einer uralten Vogelgruppe an, dessen stammesgeschichtlicher
Ursprung mehr als 50 Millionen Jahre zurückreicht. Wissen des Kranichs
in sich zu integrieren bedeutet, in das Wissen der Erde hinabzusteigen
und es zum Wohle der Menschen zu verwenden.
Der
Kranich ist ein Meister des Fliegens. Sein Flug ist kraftvoll und schnell.
Dennoch schwebt er gleichmäßig, leicht und selbstzufrieden
in den Wolken. Sorglos und unbeschwert genießt er seinen Flug. Meist
hören wir erst seinen durchdringenden Schrei, der in uns das Gefühl
einer starken Sehnsucht hervorruft, bevor wir seinen Flugkörper am
Himmel ausmachen. Dieser Trompetenstoß kann bei Altvögeln bis
zu zwei Kilometer weit hörbar sein und wird bewirkt durch den besonderen
Bau und die enorme Länge der Luftröhre, die das Brustbein als
Doppelschlinge durchzieht. Der Kranich ist uns der Bote des Herbstes und
des Frühlings und steht so, wie das Leben, für Übergang.
Im April können wir in der Rügen/Bock – Region, in der Nähe
von Stralsund, die phantastischen Kranichtänze und Kämpfe der
Altvögel beobachten, die ihre Erregung in der Balz zum Ausdruck bringen.
Das Männchen nähert sich im Prahlmarsch mit Tanzschritten dem
Weibchen, das sich zum Zeichen der Paarungsbereitschaft aufrichtet und
die Flügel anwinkelt. Nach der Paarung folgen Duettrufe, eindrucksvolle
Flattersprünge sowie ausgiebige Tanz und Laufbewegungen.
Obwohl
der Kranich einen leichten Körper von nur max. 6 kg erreicht, steht
er fest wie eine Kiefer auf der Erde, hochragend, majestätisch, gelassen
und unbewegt. Die Gestalt des Kranichs ist elegant und leicht, gedehnt
und gestreckt, kein Eindruck von Enge entsteht. Die Brust ist weit und
transparent. Der Kranich bewegt sich frei und unabhängig, er kennt
keine Fesseln. Seine Kraft ist zäh, sein Geist ruhig, sein Blick
klar wie das Blau des Himmels und weit wie die Landschaft, in der steht.
Er birgt das Wissen der Wildnis, der unkultivierten, ungezähmten
Energie des Ursprungs. Die Ruhe des Kranichs ist rein. Es ist eine Ruhe,
der Schönheit und Anmut innewohnt, eine Ruhe, die aus der Gelassenheit
seines Gemüts erwächst. In diesem Sinne symbolisiert der Graue
Kranich das Konzept unserer Schule und den Weg des Menschen.
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